Den Pfad gehen 
Teil 4 - Kroatien
ein Bericht von Horst
der ausführliche bebilderte Text befindet sich hier
letzte Aktualisierung: 12. August  2012


Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Den ersten Schritt auf meinem spirituellen Pfad unternahm ich vor langer Zeit.
Den ersten Schritt auf diesem Weg der Hingabe, der Devotion, ging ich Anfang 2011.
Den ersten Schritt auf meinem Pfad in Kroatien wanderte ich im April 2012.

Etappe 56 nach Zagreb
1378 km 
seit Gelnhausen
Etappe 66 .nach Slavonski Brod
1601 km
Etappe 57 nach Dugo Selo
1401 km
Etappe 67 .nach Staro Topolje .1623 km
Etappe 58 nach Ivanic Grad
1424 km
Etappe 68 .nach Strizivojna-Vrpolje .1642 km
Etappe 59 nach Popovaca
1452 km
Etappe 69 .nach Vodinci .1664 km
Etappe 60 nach Banova Jaruga
1478 km
Etappe 70 .nach Vinkovci .1683 km
Etappe 61 nach Novska
1499 km
Etappe 71 nach Orolik
1705 km
Etappe 62 nach Okucani
1522 km
Etappe 72 nach Tovarnik (Grenze)
1727 km
Etappe 63 nach Nova Gradiska
1541 km
und dann weiter nach
Etappe 64 nach Nova Kapela
1566 km
Etappe 65 nach Brodski Stupnik
1584 km
Serbien
.
Etappe 56 von der slowenischen Grenze nach Zagreb, 28 km

Nach der Auflösung Jugoslawiens wurden die Nahverkehrsvebindungen zwischen Slowenien und Kroatien gekappt.

Für die nächsten 30 km gehe ich durch Zagreb.
An den riesigen Flächenverbrauch sind auch die umfangreichen Industriebrachen schuld. 
Die Kirche im Herzen der Stadt, rechtsmit den Fahnen der Sabor (Parlament Kroatiens).
.
Etappe 57, von Zagreb nach Dugo Selo, 23 km

Meine Wanderung durch Zagreb stand im Zeichen des Osterfestes...

...wozu auch der Verkauf von Grabschmuck diente.
Manche Ostereier waren wunderschön...
...ist nicht dieses Bild von der Kirche viel schöner als das Foto derselben Kirche rechts oben?
Etappe 58 von Dugo Selo nach Ivanic Grad, 23 km 
Am Bahnhof von Dugo Selo beginne ich nach kleinen Pfaden zu suchen...
 
...dabei orientiere ich mich an Luftaufnahmen aus Goole Maps ung gelange zunächst auf solche Wege.
Später gehe ich dann an möglichst kleinen Straßen entlang...
 
... man sieht hier noch viele Holzhäuser, offensichtlich im 19. Jahrhundert baukastenmäßig aus eisenbahnschellenähnlichen Elementen gefertigt. Im Gegensatz zu diesem sind die meisten jedoch verlassen.
Außerhalb der Orte gibt es gewöhnlich keine Sitzgelegenheiten, sodass ich meine Mahlzeiten z. B. auf Spielplätzen einnehme.
 
In der Gegend von Ivanic Grad wird Öl gefördert.
Etappe 59 von Ivanic Grad nach Popovaca, 28 km
Man sieht hier noch sehr viele freilaufende Hühner, die mit Mais gefüttert werden, der in solchen Behältern im Freien gelagert wird.
Holzhäuser an der Straße
Heute muss ich den ganzen Tag einer zum Glück nur mäßig befahrenen Straße folgen, und meist gibt es Gehwege. Die Ortschaften ziehen sich entlang den Straßen, da offensichtlich nur hier Strom und Wasser zur Verfügung stehen, eine flächige Erschließung gibt es nicht. So gehe ich den ganzen Tag an Bebauung entlang, ein Straßendorf geht ins nächste über.
Man sieht noch sehr viele - allerdings nicht mehr genutzte - Brunnen. Offensichtlich wurde erst nach dem zweiten Weltkrieg die zentrale Wasserversorgung eingeführt. Dieser Brunnen trägt die Jahreszahl 1944.

Einen Tag pausierte ich, da ich starke allergische Reaktionen zeigte.

Etappe 60 von Popovaca nach Banova Jaruga, 26 km
Auch am letzten Tag meiner Wanderung in den Osterferien 2012 folgte ich dieser Nebenstraße.
Meine Mahlzeiten nahm ich jetzt meist an Bushaltestellen ein.
.Der erste Storch meiner Reise begenete mir kurz vor Banova Jaruga, von wo ich den Zug nach Zagreb nahm und dann meine Reise für zehn Wochen unterbrach.

Anfang Juli geht es weiter!
(Hoffe ich.)

Etappe 61 von Banova Jaruga nach Novska, 21 km

Ja, es ging Anfang Juli weiter, und zwar bei 38 Grad Celius. Das bedeutete, dass in den Abwässerkanälen vor den Häusern alle Organismen, insbesondere Bakterien, sich wunderbar vermehren konnten.

.
Mein Pfad führte mich mitunter durch natürliche Landschaften (soweit dass an eiiner Straße möglich ist), häufig aber durch Orte, woes dann meist auch einen Gehweg gab.
Etappe 62 von Novska  nach Okucani, 23 km

Auch den vierbeinigen Leuten war es zu heiß, sie suchten, genau wie die Zweibeiner, den Schatten.

Diese Kapelle schien auch schon einmal bessere Tage gesehen zu haben.
 
...und immer wieder mein Pfad, auf dem ich in Begeleitung meiner Beschützer voranschreite.
Hier saß ich vor einem Ladengeschäft und trank meine Cola, hoch über mir zahlreiche Schwalbennester.
Etappe 63 von Okucani nach Nova Gradiska, 23 km
Der heutige Tag war sehr deprimierend, denn ich ging den ganzen Tag durch kriegszerstörte Gebiete.
Rechts das vordere Haus repariert, die hinteren neu gebaut.
Geflicktes Gabäude.
Zerstörtes Gebäude.
Auf 20 Kilometer Länge waren alle Häuser, die älter waren als 15 Jahre entweder zerstört oder beschädigt.
Auch machte der Krieg nicht halt.
Hier ein zerstörtes Schlafzimmer.
Dazwischen dieses friedliche aber  altertümlich anmutende Bild
Hinter einem Haus war ein Trümmermann bei der Arbeit, der die Backsteine freiklopfte und am Straßenrand zum Verkauf anbot.
Etappe 64  von Nova Gradiska nach Nova Kapela, 25 km

Aufbauhilfe des Arbeiter Samariter Bundes aus Deutschland...

...und aus den USA.
 ...und natürlich auch aus Eigeninitiative: hier baut ein einzelner Mann sein Haus neu auf.
Es ist erst Anfang Juli, doch die Getreideernte ist bereits voll im Gange.
Etappe 65 von Nova Kapela nach Brodski Stupnik, 18 km

Und weiter schreitet der Pilger seinen manchmal schmalen Pfad...

...der manchmal auch schön breit ist...
. .I...oder aber die Straße ist der Pfad...
Beobachtung aus luftiger Höhe.
Etappe 66 von Brodski Stupnik nach Slavonski Brod, 17 km

So nähere ich Mich Slavonski Brod, der zweitgrößten kroatischen Stadt, die auf meiner Pilgerreise liegt.

Als ich vor der Kirche von Brodski Stupnik stand, läuteten die Glocken, was mich irritierte, denn irgend etwas stimmte nicht damit.
Schließlich fand ich es heraus: es waren keine Glocken, die Geräusche kamen von einem Datenträger und wurden über Lautsprecher ausgesendet. Da hat die Kirche wohl vom Minarett gelernt...
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Dort findet gerade eine Geburtstagsfeier statt, zu der ich sponatan eingheladen werde.
Etappe 67 von  Slavonski Brod nach Staro Topolje, 22 km

Wir überall finden sich auch hier Melonenverkäufer, dieser am Rande von Slavonski Brod campiert sogar bei seinem Stand, die Toilette: ein Maisfeld.

Ich hatte mich auf einen schattigem Wald gefreut - und dann das---->
Doch auch in den Orten ist es nicht schattiger...
...um so mehr erfreut einen da eine Café-Bar, wie diese in StaroTopolje, wo ich auf meinen Zug wartete, der mich nach Slavonski Brod zurückbrachte. Morgen werde ich hier meine Wanderung fortsetzen.
Etappe 68 von Staro Topolje nach Strizivojna-Vrpolje, 19 km

Der Bahnhof von Staro Topolje am nächsten Morgen.

Der Weizen ist inzwischen geerntet, aber die Sonnenblumenfelder stehen in voller Blüte.
Links die alte Straße, die von einer neuen Schnellstraße verteilt wird, kreuzungsfrei gehe ich pber eine neue Brücke.
Und wieder einer der vielen Melonenstände. 
Mitunter finden sich zehn solcher Stände nebeneinander und jede Bäuerin wartet darauf, dass eine ihrer neun Kolleginnen ihr endlich eine Melone abkauft...
Etappe 69 von Strizivojna-Vrpolje nach Vodinci, 22 km

Doch es gibt inzwischen auch Leute, die versuchen durch der Verkauf von Handwerkserzeugnissen Kunden zu gewinnen, sei es durch Korbwaren...

...oder durch Schitzereien.
Und weiter pilgert der Mensch auf schattenfreien Straßen und preist dabei die Bodhisattvas.
Etappe 70 von Vodinci nach Vinkovci, 19 km

Hauptenergieträger ist hier noch immer das Holz, zu dessen Verkleinerung Sägenmaschinen eingesetzt werden wie diese auf einem Anhänger rechts...

Oder auch selbstfahrende Sägemaschinnen die Erinnerungen an meine Jugend in den fünfziger Jahren aufkommen ließen.
Etappe 71 von Vinkovci nach Orolik, 22 km

Die herrlichen Momente des Tages: nach schweißtreibendem Wandern bei 38 Grad ein eiskaltes Wasser...

... oder ein leckeres Schweppes Tangerine!
Und die traurigen Moment, wie hier wenn man eine Stunde an einem Bahnof warten muss und der einzig schattige Platz ist ein von Vandalen heimgesuchter vollgepisster und vollgeschissener Unterstand.
Etappe 72 von Orolik nach Tovarnik/Grenze, 22 km

Es heißt Abschied nehmen von meinem Stanquartier in Slavonski Brod, hier der Aufenthaltsraum von Sobe-Anbieter Tonkic.

In einer Café-Bar schenkte mir der Inhaber nicht nur das Cola, sondern auch noch eine Flasche Eiswasser.
In dieser Gegend gibt es auch noch deutsche Relikte aus dem 2. Weltkrieg.
Aber es gibt auch Opfer eines anderen Wahnsinnes: Grab eines 21-jährigen, der hier auf der Landstraße mit 140 km/h verunglückte.
Und noch etwas Trauriges. Im Jahr 2010 wurde der Haltepunkt Orollik der Bahnstrecke mit EU-Mitteln aufs Beste ausgestattet... 
Inzwischen ist es von Vandalen verwüstet, die schattenspendenden Wartehäuschen sind zertreten...
...oder auch mit Schusswaffeneinsatz zerstört, wie diese am Haltepunbkt gefunden Patronenhülse vermuten lässt.
...und mit diesen letzten Eindrücken verabschiede ich mich hier an der Grenze zwischen Tovarnik (Kroatien) und Sid (Serbien) aus Kroatien.
 ... und viele weitere Schritte, 
viele weitere Tagesetappen 
liegen noch vor mir ...

...die nächste führte mich nach 
Srbija.


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