Kurt Fehrenz
1936
- 2016
Kurt war ein
äußerst ungewöhnlicher Mensch. Er wurde bereits als junger Mensch
Buddhist - in einer Zeit, als das in Deutschland noch eine absolute
Rarität war. Er studierte schon in den 60er Jahren bei bekannten
deutschen Lehrern des Buddhismus.
2011 kam er zur
neu gegründeten Buddhistischen Gemeinschaft Gelnhausen - die damals
noch "Meditation am Obermarkt" hieß - und zwar an seinem 75.
Geburtstag. Er studierte jahrelang mit uns, denn er kam nicht nur zu
unseren offenen Veranstaltungen, sondern auch zu Studienkursen.
Es war nicht
immer leicht mit ihm, denn er war ein eigenwilliger Mensch -
unangepasst -, ein Individuum, ein Querdenker. Aber gerade
dadurch gab er uns häufig wichtige Denkanstöße.
Ich möchte ein
Beispiel dafür nennen. Ursprünglich hieß es bei uns, dass wir einen
buddhistischen Vortrag hören und hinterher darüber diskutieren. Kurt
monierte jedoch den Begriff "diskutieren". Das Wort kommt aus den
Lateinischen und bedeutet wörtlich soviel wie "zerschneiden" oder
"zerpflücken". Es geht also darum, über etwas zu streiten. Das
jedoch sei nicht Ziel des Buddhismus, der auf Harmonie setzt, auf
Freundlichkeit und nicht auf Streit, so belehrte uns Kurt.
Seitdem wird bei
uns nicht mehr diskutiert, sondern die Dinge werden "erörtert",
"besprochen" oder "vertieft".
Kurt, ich wünsche dem, was von dir übrig ist, günstige Lebensumstände auf deinem weiteren Weg!
Horst